Im Großen und Ganzen funktioniert ein BtoB-Marktplatz wie ein Marktplatz für Privatkunden: Auf der Website eines Händlers werden Verkäufer und Käufer in Verbindung gebracht. Es gibt jedoch einige (wesentliche) Unterschiede. Erklärung folgt.

Im Allgemeinen funktioniert ein BtoB-Marktplatz wie ein BtoC-Marktplatz:

  • Die BtoB-Verkäufer haben auf der Website eines Händlers (wie Amazon oder Cdiscount) Zugang zu einem Bereich, der selbständigen Kaufleuten vorbehalten ist.
  • Sie können kostenlos ein Unternehmenskonto anlegen und ihre Warenkataloge hochladen.
  • Die Käufer besuchen die Plattform, um anhand mehrerer Kriterien (Preis, Beliebtheit des Verkäufers, Lieferzeit, Versandkosten etc.) einen Artikel und einen Verkäufer auszuwählen.
  • Die Verkäufer verwalten ihre Bestände und kümmern sich selber um den Versand ihrer Bestellungen. Die Transaktionen erfolgen in ihrem eigenen Namen. So verkauft zum Beispiel das Unternehmen Y auf Amazon Business und nicht Amazon selbst.
  • Die Verpackung und Versandetiketten weisen den Namen des Händlers auf. Der Kunde erhält seine Ware, als würde sie von der Plattform stammen, auf der er die Bestellung getätigt hat.
  • Die BtoB-Verkäufer legen ihre Preise nach eigenem Ermessen fest. Sie zahlen für jeden Verkauf einen bestimmten Prozentsatz des Bestellwerts als Kommission an den Händler.
  • Die Bestellungen werden von den Käufern bewertet und kommentiert. Die BtoB-Verkäufer verfügen deshalb über ein Profil, das von Kundenbewertungen und einer Gesamtnote ergänzt wird.
  • Die Käufer können die Verkäufer direkt kontaktieren, zum Beispiel bezüglich Annullierungen, Rücksendungen oder Rückerstattungen.

Dennoch weisen die BtoB-Marktplätze auch Merkmale auf, die spezielle Anforderungen von Unternehmen erfüllen. Hierzu gehören vor allem:

  • Flexiblere Zahlungsmethoden: Preisanfrage, dynamische Auswahl, automatische Zahlung, Ratenzahlung, Treuhandzahlung, Factoring etc.
  • Angebot zahlreicher Optionen für jedes Produkt (z. B. Sammelbestellungen unteilbarer Packs)
  • Pricing-Optionen: dynamische Preise, Großhandelspreise, Unterscheidung zwischen Preis mit und ohne MwSt., Sonderangebote, Pricing nach Kundensegment etc.
  • Vertraulichkeit sensibler Daten bezüglich bestimmter Waren (um Fälschungen und Technologiediebstähle zu vermeiden)
  • Möglichkeit der BtoB-Verkäufer, ihre Käufer je nach deren Position auszuwählen (Luxuskleidermarken werden z. B. lieber mit hochklassigen Retailern zusammenarbeiten)

Im Grunde genommen verwenden bei einem BtoB-Marktplatz die Verkäufer eine Plattform, die wie ein Marktplatz für Privatkunden funktioniert, ihnen jedoch zusätzliche Vorteile bietet, die speziell für sie entwickelt wurden.

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